Der BVB in der Champions League

Reaktionen zu Borussia Dortmund - SSC Neapel

3:1 gegen Neapel - BVB hat es in der eigenen Hand

DORTMUND Man kann nicht sagen, dass Borussia Dortmund es sich einfach machte am Dienstagabend im zum K.o-Spiel postulierten Champions-Duell mit dem SSC Neapel. Der Druck des Gewinnenmüssens war immens, aber der BVB kann nach dem hoch verdienten 3:1 (1:0) wieder vom Achtelfinale träumen.

Torjubel von Reus (10.) nach verwandeltem Elfmeter

Marco Reus (M.) bejubelt sein Tor zum 1:0 mit Sebastian Kehl (l.) und Jakub Blaszczykowski. (Foto: dpa)

Treffer von Marco Reus (10./FE), Jakub Blaszczykowski und Pierre-Emerick Aubameyang (78.) halten die Hoffnung am Leben. Jetzt reicht Dortmund ein Sieg in Marseille am letzten Gruppenspieltag in zwei Wochen auf jeden Fall zum Weiterkommen.

Kurze Niedergeschlagenheit

"Man hat der Mannschaft angemerkt, dass sie das mit dem 2:1 nicht hundertprozentig verstanden hatte. Da war schon eine kurze Niedergeschlagenheit zu spüren, aber völlig unnötig. Es war kein Spiel zum Genießen, zum ruhig Sitzen, aber durchaus mit Erinnerungswert. Wir haben alles versucht und hochverdient gewonnen in einem sehr schweren Spiel. Die Viererkette war überragend, herausragend gut", sagte BVB-Trainer Jürgen Klopp.

"Wir wollten was gutmachen für die ganze Stadt, den Verein und die Fans, und das ist uns gelungen. Wir haben verdient gewonnen", erklärte Kevin Großkreutz nach dem gelungenen Auftritt. Torhüter Roman Weidenfeller sagte: "Es ist derzeit nicht so einfach, wir müssen klarer in den Aktionen werden."

Auf dem heimischen Sofa, schrieb vor dem Anpfiff der verletzte Innenverteidiger Mats Hummels bei Facebook, sei die Aufregung viel größer. Die Anspannung bei Borussia Dortmund vor dem so wichtigen Heimspiel war allerdings auch auf dem Platz und schon beim Aufwärmen zu spüren.

Kehl in der Innenverteidigung

Hummels‘ Job auf dem Rasen nahm wie zu erwarten Sven Bender ein. Klopp verzichtete damit auf riskante Rochaden, stellte Kapitän Sebastian Kehl neben Nuri Sahin auf die Doppel-Sechs und ließ ansonsten die Elf auflaufen, die am Samstag gegen den FC Bayern verlor.

Dortmund versuchte den frühen Punch zu setzen. Und nach der ersten vielversprechenden Szene im Strafraum zeigte Schiedsrichter Carlos Velasco Carballo nach einem Ziehen von Fernandez gegen Robert Lewandowski auf den Punkt – Marco Reus verwandelte den Elfmeter sicher (10.).

Dortmunder Traumstart

Es war ein Traumstart für den BVB, der sofort nachlegte. Maggios Einsatz gegen Lewandowski im Strafraum war wohl kein Elfmeter (14.), über Henrikh Mkhitaryan, der vor Spielfreude sprühte wie seit Wochen nicht, kam Lewandowski dann aus spitzem Winkel frei zum Schuss – schon das hätte das 2:0 bedeuten können (15.). Und bei einem Reus-Freistoß musste Neapel-Schlussmann Pepe Reina schon ganz tief ins Eck abtauchen, um den Ball noch zu parieren (18.).

Die bärenstarken zehn Minuten des BVB blieben ohne Lohn, unerklärlicherweise ließen sich die Gastgeber dann zurückdrängen – und als Sven Bender mit starkem Nasenbluten minutenlang am Rand behandelt werden musste, ging die Ordnung in der Defensive vor Roman Weidenfeller sofort verloren.

Glück nach Stellungsfehler

Dortmunds Schlussmann hatte das Glück des Tüchtigen, als Callejon erst Durms Stellungsfehler ausnutzte und im Strafraum den zurückeilenden Bender verlud – der Pfosten rettete für Weidenfeller und den BVB (28.). Trotz einer Schussgelegenheit für Mkhitaryan (32.) und einer weiteren Riesenchance für Lewandowski, der von Maggio den Ball in den Lauf gelegt bekam und erneut an Reina scheiterte (35.), war der Spielfluss in dieser Phase dahin. Schiedsrichter Carballo pfiff viele Fouls ab, lag aber grob falsch, als er Raúl Albiol nach einer üblen Attacke von hinten in die Beine von Mkhitaryan nur mit Gelb bestrafte (36.).

Bender, der zwischenzeitlich erneut vom Feld musste und schon zwei Trikots blutverschmiert verschlissen hatte, spielte trotz eines Nasenbeinbruchs nach der Pause weiter. Über Mkhitaryan und Blaszczykowski initiierte Dortmund zwei blitzsaubere Konter, Reus verzog (53.), Blaszczykowski spielte beim zweiten Angriff den Ball zu ungenau in die Mitte (54.). Albiol kratzte dann einen Schlenzer von Mkhitaryan nach Traumsolo durch die gesamte SSC-Abwehr von der Linie (59.).

Blaszczykowski tunnelt Reina

Doch die großen Räume in Neapels Defensive spielten dem BVB zwangsläufig in die Karten. Und nach Weidenfellers gewonnenem Eins-gegen-Eins gegen Higuain bewies der BVB, dass er einer der besten Kontermannschaften Europas ist: Mkhitaryan passte auf Reus, der legte quer auf Blaszczykowski. Und endlich nutzte Dortmund die freie Bahn vor Reina – 2:0 (60.).

Kehls Fehlpass aber sorgte noch einmal für Spannung. Lorenzo Insigne, gerade eingewechselt, machte das 1:2 (71.). "Ich wollte durch die Mitte spielen, das hat nicht funktioniert", sagte Kehl.

Plötzlich war wieder Zittern angesagt, das weiterging, weil Aubameyang die Riesenchance zum 3:1 vergab (74.). Vier Minuten später machte er es besser. Der BVB hat nun alles wieder in der eigenen Hand.


TEAMS UND TORE

Dortmund: Weidenfeller - Großkreutz, Bender, Sokratis, Durm - Sahin, Kehl - Blaszczykowski (69. Aubameyang), Mkhitaryan, Reus (81. Piszczek) - Lewandowski (89. Schieber)
Neapel: Reina - Maggio, Albiol, Fernández, Armero - Callejón (66. Insigne), Behrami, Dzemaili (62. Inler), Mertens - Pandev (76. Zapata) - Higuaín
Tore: 1:0 Reus (10./Foulelfmeter), 2:0 Blaszczykowski (60.), 2:1 Insigne (71.), 3:1 Aubameyang (78.)
Schiedsrichter: Velasco (Spanien)
Zuschauer: 65.829 (ausverkauft)
Gelbe Karten: Kehl / Albiol, Fernández, Higuaín, Pandev

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